Washout ist die häufigste Ursache für die Austrocknung der Haut

Wer feuchtigkeitsarme und trockene Haut hat, verwendet oft viel Creme und Feuchtigkeitsprodukte.

Waschgele mit dem Zusatz “rückfettend”, Reinigungsmilch mit hohem Ölanteil und besonders fettreiche Cremes die okklusiv wirken und die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützen sollen. Das glaubt zumindest der arglose Verbraucher und greift zu immer mehr und immer neuen Produkten für die Wüstenhaut.

Der Anwender ahnt nicht, dass es – in den meisten Fällen – genau diese Produkte sind, die seine Haut immer weiter systematisch austrocknen.

Dieser Zusammenhang ist hinreichend bei allen Kosmetikherstellern bekannt. Für die Industrie ist dieses Thema tabu, weil es keine kostengünstigen relevanten Alternativen gibt. Für das nächste Jahrzehnt wird das jedoch ein wichtiges Thema werden. Bis dahin werden die meisten Kosmetika weiterhin mit harten chemischen Emulgatoren produziert. Diese werden unter Verwendung von Polyethylenglycol (PEG)hergestellt. Deshalb bezeichnet man diese große Gruppe von Emulgatoren kurz als PEGs. Sie werden mit diesen drei Buchstaben in der jeweiligen Liste der INGREDIENTS deklariert. So genügt ein Blick auf die Verpackung, um herauszufinden, wieviele PEG haltige Produkte Sie täglich verwenden. PEGs sind übrigens auch in den meisten Apothekenkosmetika enthalten.

Wo liegt denn nun eigentlich das Problem?

Emulgatoren (der überbegriff lautet Tenside) haben die Aufgabe, Fett und Wasser miteinander zu verbinden. Kommt zu Fett und Wasser ein Emulgator dazu, so entsteht eine Emulsion. Die bekannteste natürliche Emulsion ist die Milch. Das spezielle am Emulgator ist, dass er einen fettliebenden (lipophilen) Teil und einen wasserliebenden (hydrophilen) Teil hat. So kann er sich mit beiden Substanzen gleichzeitig verbinden und zwischen ihnen eine stabile Brücke bilden. Zur Kosmetikproduktion wurden immer stärker wirkende Emulgatoren entwickelt, die Mineralöle und Silikone schnell und untrennbar miteinander verbinden. Diese starke Emulgatoren verbinden nicht nur die Inhaltsstoffe der Creme, sondern klammern sich auch an andere Fette, z.B. in der Haut.

Der Washout Effekt

Wird ein PEG haltiges Kosmetikprodukt auf der Haut verteilt, so verbindet sich überschüssiger Emulgator mit dem körpereigenen Fett in der Haut. wird die Haut dann mit Flüssigkeit gereinigt, verbindet sich der wasserliebende Teil des Emulgators damit und wird dann – mit dem Hautfett -wie Schmutz aus der Haut herausgeschwemmt. So entstehen regelrechte Löcher im natürlichen Hydrolipidmantel, bzw. in der Hautbarriere. Die Haut ist dann nicht mehr in der Lage, ausreichend Feuchtigkeit zu speichern und trocknet immer weiter aus.

Christine Niklas

Christine Niklas formuliert High-End Kosmetika und ist seit 2003 der Mastermind hinter www.cnkdirect.de | cnk*CHRISTINE NIKLAS. Bekannt wurde sie unter anderem durch die Fernsehsendung "Hobbythek" des WDR und zahlreiche Bücher und Publikationen zu den Themen natürliche Hautpflege, Gesundheit und Ernährung. In diesem Blog schreibt Christine Niklas zu den Möglichkeiten der Verjüngung ohne chirurgische Eingriffe oder Injektionen. Mit den Möglichkeiten der modernen Wirkstoff-Kosmetik. Sie berichtet über aktuelle Entwicklungen und Trends bei Forschung & Entwicklung innovativer Kosmetik-Wirkstoffe, erklärt Wirkungsweisen und zeigt auf, was das für den Endverbraucher bedeutet.

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